Tierschutzverein Europa

Nachruf für unseren Copito

Liebe Zweibeiner,

wir trauern um unseren kleinen Kämpfer Copito. Er verstarb in den Morgenstunden am 25. April 2018.

In seinem kurzen Leben hat er gezeigt, dass er ein ganz starkes Kerlchen ist, er hat die Operation seiner Speiseröhrenverengung gut überstanden. Mit der finanziellen Unterstützung durch Ihre großzügigen Spenden konnte Copito medizinisch sehr gut versorgt werden und durch die liebevolle Pflege von Teresa und den Mitarbeiten in Al Bayassa schnell genesen und die Strapazen seiner Operation gut bewältigen. Er konnte wieder fressen, ohne zu erbrechen und hat bereits erste Gehversuche mit Bravour gemeistert.

Seit dem 16. April verschlechterte sich Copito´s Zustand abrupt. Er bekam sporadische Zuckungen mit vermehrtem Speichelfluss. In den folgenden Tagen wurden diese Zuckungen massiver, sodass von epileptischen Anfällen gesprochen werden kann. Eine sofortige medikamentöse Therapie wurde begonnen. Jedoch reagierte Copito nicht auf die Medikation, sodass die Krämpfe weiterhin bestehen blieben. Die antikonvulsive-Therapie blieb erfolglos, sodass es zu einer epileptischen Krise kam, ein Zustand des Dauerkrampfes, der zum Tode führte.

Die Ursache für das Auftreten der Krämpfe konnte nicht exakt bestimmt werden. Die Blutuntersuchungen lieferten keine eindeutigen Indizien für eine Infektion oder Viruserkrankung. Das Staupevirus wurde negativ getestet. Eine Ultraschalluntersuchung ergab eine angeborenen Fehlbildung des rechten Aortenbogens. Solche Fehlbildungen treten oft in Verbindung mit weiteren Anomalien auf, die in der Summe mit dem Leben nicht vereinbar sind. Die Ärzte vermuten, dass Copito mehrere angeborene Fehlbildungen hatte, die zum Teil noch nicht manifestiert waren, jedoch ein Überleben für den kleinen Mann nicht möglich war.

Wir sind sehr glücklich und dankbar, dass wir Copito kennenlernen durften. Der kleine Mann hat uns gezeigt, wie sehr er leben wollte und wie stark er war. Wenn er uns fröhlich schwanzwedelnd und mit lachenden Augen begrüßt hat, als wir nach der Operation an seine Box gekommen sind – diese dankbaren Blicke werden wir nie vergessen. Copito wird für immer in unseren Herzen bleiben. Ein besonderer Dank geht an Teresa und alle Helfer vor Ort und an alle, die für Copito gespendet haben und ihm so eine kurze, aber schöne und schmerzfreie Zeit auf der Erde ermöglicht haben.


„ Steht nicht an meinem Grab und weint,
ich bin hier nicht.
Ich schlafe nicht, ich bin die tausend Winde,
das Diamantenglitzern auf dem Schnee,
ich bin der Sonnenschein auf reifem Korn,
ich bin der sanfte Herbstregen.
Wenn ihr aufwacht in der Morgenstille, bin ich der schnelle Flügelschlag stiller Vögel,
ich bin der Stern in der Nacht.
Steht nicht an meinem Grab und weint, ich bin hier nicht.“
( Lakotas, amerikanischer Indianerstamm)




Anna-Lena Böhm (Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch)
Handy: 01788955888
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